Herausforderungen der institutionellen Beheimatung muslimischer Gemeinschaften in Deutschland

Autor/innen

  • Mathias Rohe FAU Erlangen-Nürnberg

DOI:

https://doi.org/10.5282/nomokanon/344

Schlagworte:

Islam, Muslimische Gemeinden

Abstract

Die Selbstorganisation muslimischer Gemeinschaften in Deutschland beginnt im 20. Jahrhundert mit der Gründung erster Moscheevereine und kleiner Organisationen. Die dauerhafte Zuwanderung größerer Zahlen muslimischer Menschen aus unterschiedlichen Staaten weckte das Bedürfnis nach der Errichtung einer pluralistischen religiösen Infrastruktur zur Umsetzung kollektiver Anliegen. Das deutsche Religionsverfassungsrecht bot und bietet hierfür grundsätzlich günstige Voraussetzungen. So entstanden seit den 1970er Jahren größere Organisationen, aufgrund der Einwanderungsgeschichte zunächst meist entlang ethnischer und konfessioneller Zugehörigkeiten.  Die praktische Umsetzung stößt auf einige Schwierigkeiten. Viele Organisationen arbeiten mit geringen personellen und finanziellen Ressourcen, ehrenamtliche Tätigkeit überwiegt bei weitem.  Manche Organisationen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Institutionen der Herkunftsstaaten der Einwanderergeneration. Institutionelle Verbindungen religiöser Organisationen ins Ausland sind aus rechtlicher Sicht grundsätzlich möglich. Sie können aber problematisch werden, wenn dadurch eine politische Einflussnahme jenseits religiöser Anliegen ermöglicht wird. Gegenwärtig zeichnet sich mit dem Generationenwechsel weitgehend ein allmählicher Wandel von auslandsorientierten Zusammenschlüssen zu inländischen Religionsorganisationen ab, Diese Entwicklung kann der religionsoffene Staat im Rahmen rechtlich zulässiger Kooperationen unterstützen. Gemeinsames Ziel sollte eine gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Bevölkerung sein.

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Veröffentlicht

23.04.2026

Zitationsvorschlag

Rohe, M. (2026). Herausforderungen der institutionellen Beheimatung muslimischer Gemeinschaften in Deutschland. NomoK@non. https://doi.org/10.5282/nomokanon/344