Das portugiesische Konkordat von 2004
DOI:
https://doi.org/10.5282/nomokanon/281Schlagworte:
Konkordat, Portugiesisches KonkordatAbstract
Portugal ist einerseits ein seit vielen Jahrhunderten katholisch geprägtes Land. Andererseits waren die Beziehungen zwischen Staat und Kirche insbesondere in den letzten zwei Jahrhunderten durch Spannungen und teils Feindseligkeiten gekennzeichnet. Während das Konkordat von 1940 im Kontext einer korporativistischen Diktatur unterzeichnet wurde, hatte sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des aktuell geltenden Konkordats von 2004 bereits eine rechtsstaatliche Demokratie konsolidiert.
Das portugiesische religionsverfassungsrechtliche System beruht auf der Interaktion von Verfassung, Konkordat und Religionsfreiheitsgesetz und kann als religionsfreundlich charakterisiert werden. Auf der Grundlage eines Trennungsmodells, das weder eine Privilegierung zugunsten einer Religionsgemeinschaft zulässt noch von strengem Laizismus geprägt ist, anerkennt der Staat die gemeinwohlfördernde Funktion der Religionsgemeinschaften. Dementsprechend gestaltet sich das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften weitgehend nach einem Kooperationsprinzip, das zwar nicht explizit in der Verfassung eingeschrieben ist, jedoch in das Religionsfreiheitsgesetz von 2001 aufgenommen wurde.
Die hier vorgestellten Ergebnisse der Analyse des portugiesischen Konkordats von 2004 zeigen insgesamt, dass es einen wertvollen Beitrag dazu leistet, die fortwährende Relevanz dieser besonderen Form der Regelung der Beziehungen zwischen Kirche und Staat plausibel erscheinen zu lassen.
