1 Siehe jüngst die Würdigung des Pontifikates Johannes Paul II. als "eines der bedeutendsten der zurückliegenden Jahrhunderte" durch Heinz-Joachim Fischer, F.A.Z. vom 17.5.2003, S. 8.

2 Codex Iuris Canonici auctoritate Ioannis Pauli PP II promulgatus, Libreria Editrice Vaticana 1983. Der CIC wurde am 25.1.1983 promulgiert mit der Apostolischen Konstitution (ApKonst) Sacrae disciplinae leges und trat am 27.11.1983 in Kraft. Dazu Georg May, Kritische Bemerkungen zu dem neuen Codex Iuris Canonici, Theologisches 158 (1983), 5240-5250.

3 Der CCEO wurde am 18.10.1990 mit der ApKonst Sacri canones promulgiert (Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium auctoritate Ioannis Pauli PP II promulgatus, Acta Apostolicae Sedis (AAS) 82 (1990)).

4 AAS, Sonderband vom 1.2.2001. Dazu Juan Ignacio Arrieta, La nuova Legge Fondamentale dello Stato della Città del Vaticano, Ius Ecclesiae 13 (2001), 250-257.

5 Vgl. schon früher Horst Hermann, Fragen zu einem päpstlichen Amtsverzicht, ZRG KA 56 (1970), S. 102-123.

6 Die in den Medien hier wie so oft falsch gebrauchte Universalvokabel "Rücktritt" ist unscharf. Ein Rücktritt muß regelmäßig einem anderen gegenüber erklärt, bisweilen auch angenommen werden. Da es über dem Papst nach can. 332 § 1 CIC keine kirchliche Gewalt gibt, ist jedenfalls eine Annahme des päpstlichen "Rücktritts" von vornherein ausgeschlossen; dies stellt can. 332 § 2 CIC klar (ebenso zuvor schon can. 221 CIC 1917).

7 Can. 332 § 1: "Volle und höchste Gewalt in der Kirche erhält der Papst durch die Annahme der rechtmäßig erfolgten Wahl zusammen mit der Bischofsweihe. Deshalb besitzt ein zum Papst Gewählter, der schon die Bischofsweihe empfangen hat, diese Gewalt vom Augenblick der Wahlannahme an. Wenn der Gewählte noch nicht Bischof ist, ist er sofort zum Bischof zu weihen."

8 Zum kanonischen Begriff der Leitungsgewalt siehe can. 129 ff. CIC.

9 Siehe can. 290 Satz 1, 1338 § 2 CIC. - Zur Differenzierung in die genannten beiden Gewalten siehe Gianfranco Ghirlanda, Potestà sacra, in: C. Salvador Carlos/V. De Paolo/ders. (Hrsg.), Nuovo dizionario di diritto canonico, Mailand 1993, 803-811.

10 Auf die Pointe, daß der resignierte, noch nicht 80 Jahre alte Papst dann auch, da regelmäßig Kardinal, an der Wahl seines Nachfolgers teilnehmen könnte, weist Alberto Melloni, Das Konklave. Die Papstwahl in Geschichte und Gegenwart, 2002, S. 119 hin.

11 Wenn man den Fall Benedikt IX. außer Betracht läßt, der am 1.5.1045 urkundlich der päpstlichen Würde entsagte und sie kurzerhand an den nachmaligen Gregor VI. verkaufte. Dessen Fall ist gleichfalls heikel: Er verzichtete im Wege der - wohl erzwungenen - Selbstverurteilung auf der vom (nachmaligen) Kaiser Heinrich III. einberufenen Synode von Sutri am 20.12.1046 und wurde an den Rhein verbannt. Gregor XII. schließlich dankte zwar in der Folge des Konzils von Konstanz am 4.7.1415 ab, aber erst, nachdem ihn die Synode von Pisa schon einmal am 5.6.1409 abgesetzt und die Kirche in der Folge mit gleichzeitig drei Päpsten (Benedikt XIII., Gregor XII. und Johannes "XXIII.") reichlich stürmische Zeiten erlebt hatte.

12 Dazu Martin Bertram, Die Abdankung Papst Cölestin V. (1294) und die Kanonisten, ZRG KA 56 (1970), 1-101.

13 Dante Alighieri, La Divina Commedia, Inferno, III. Gesang, Verse 59 f.: "Poscia ch'io v'ebbi alcun riconosciuto, vidi e conobbi l'ombra di colui che fece per viltalde il gran rifiuto." Eine sichere Zuordnung des "gran rifiuto" zu Cölestin V. ist freilich nicht möglich.

14 Nach Oskar Stoffel, in: K. Lüdicke et al. (Hrsg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Losebl., 1985 ff., can. 349 Rdnr. 2 wird der Begriff zur Vermeidung weltlicher Analogien nicht weiterverwendet; ebenso Klaus Schlaich, Das Recht der Papstwahl, JuS 2001, 319-324 (321).

15 Vgl. zum kirchlichen Gewaltbegriff Alfons M. (Kard.) Stickler, Die kirchenrechtliche Regierungsgewalt in der klassischen Kanonistik. Einheit der Träger und Unterscheidung der Funktionen, ZRG KA 69 (1983), 267-291.

16 Allg. zu den Grundfragen der postkonziliaren Kodifikation des kanonischen Rechts B. Franck, Vers und nouveau droit canonique? Présentation, commentaire et critique du Code de droit canonique de l'Église catholique latine révisé à la lumière de Vatican II, Paris 1983; D. Cenalmor Palanca, La ley fundamental de la iglesia. Historia y analisis de un proyecto legislativo, Pamplona 1991; G. Feliciani, Le basi del diritto canonico dopo il codice del 1983, Bologna 1983; E. Corecco, Aspetti della ricezione del Vaticano II nel codice di diritto canonico, in: G. Alberigo/J.-P. Jossua, Il Vaticano II e la chiesa, Brescia 1985, S. 333-397.

17 Vgl. allg. zur postkonziliaren Herrschaftspraxis der Päpste Andrea Riccardi, Il potere del papa dal Pio XII a Giovanni Paolo II, Rom/Bari 1993.

18 So auch die Einschätzung Schlaichs, JuS 2001, 319 (322).

19 AAS 88 (1996), 305-343.

20 Pii X Pontificis Maximi Acta III (1908), 239-288.

21 Ein Motu proprio, vollständig: "Littera Apostolica motu proprio data" ("Aus eigenem Antrieb gegebenes Apostolisches Schreiben") (Mp) ist ein vom Papst selbst (nicht bloß in seinem Auftrag) unterzeichnetes Dokument, das als Urkunde weniger formell als eine ApKonst ist und kein päpstliches Siegel trägt. Es kann theologischen, wohl häufiger aber rechtsetzenden oder administrativen Charakter haben. Auf die Urkundenform kommt es indes für den Ausdruck des universalen päpstlichen Gesetzgebungswillens (can. 331 CIC) nicht an. Dem Mp kommt daher in jedem Fall volle kirchenrechtliche Verbindlichkeit zu.

22 AAS 14 (1922), 145-146.

23 AAS 27 (1935), 97-113.

24 AAS 38 (1946), 65-99.

25 AAS 54 (1962), 632-640.

26 AAS 67 (1975), 609-645. Dazu insbesondere Georg May, Das Papstwahlrecht in seiner jüngsten Entwicklung. Bemerkungen zur ApKonst "Romano Pontifici eligendo", in: Leisching/Pototschnig/Pozt (Hrsg.), Ex aequo et bono. Willibald M. Plöchl zum 70. Geburtstag, 1977, S. 231-262.

27 AAS 59 (1967), 885-928.

28 AAS 62 (1970), 810-813.

29 Die enge Anknüpfung von UDG an die Vorgänger-Konstitution Romano Pontifici eligendo zeigt sich im fast identischen Aufbau und bis in einzelne Formulierungen.

30 § 27 UDG. Die §§ 28-32 UDG regeln Fragen der Beurkundung der Beisetzung, der Überführung des Leichnams, wenn der Papst außerhalb des Vatikans stirbt, und des Privattestaments.

31 Bei der Todesfeststellung durch den Camerlengo sind der Päpstliche Zeremonienmeister, die Prälaten, der Sekretär und Kanzler der Apostolischen Kammer zugegen.

32 Der Tod wird durch den Kanzler der Apostolischen Kammer beurkundet.

33 § 17 UDG.

34 Näher dazu unten III.3.

35 O. Fußn. 4.

36 Der Begriff der Dikasterien ist definiert in Art. 2 § 1 ApKonst Johannes Paul II. Pastor bonus über die römische Kurie vom 28.6.1988, AAS 80 (1988), 841-943.

37 § 20 UDG. - Bei den Sekretären handelt es sich regelmäßig um Titular-Erzbischöfe.

38 Ebenso Art. 6 ApKonst Pastor bonus, AAS 80 (1988), 841-943.

39 § 22 UDG. - Art. 6 Satz 2 ApKonst Pastor bonus (o. Fußn. 36) nannte insoweit nur den Camerlengo und den Großpönitentiar.

40 Der Kardinal-Großpönitentiar steht der Apostolischen Pönitentiarie vor, deren Aufgaben in Art. 117-120 ApKonst Pastor bonus (o. Fußn. 36) umrissen sind.

41 Unterschieden werden insoweit die Vollmachten facto verbo cum Sanctissimo, ex Audientia Sanctissimi und vigore specialium et extraordinarium facultatem, § 24 UDG.

42 Dazu unter IV.1.b).

43 Dazu umfassend Hans-Georg Krause, Das Papstwahldekret von 1059 und seine Rolle im Investiturstreit, Rom 1960; Detlef Jasper, Das Papstwahldekret von 1059, Sigmaringen 1986.

44 Zu den historischen Grundlagen Hans-Walter Klewitz, Die Entstehung des Kardinalskollegiums, ZRG KA 25 (ZRG 69) (1936), 115-221.

45 Art. 21 des Lateranvertrages (Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien vom 11.2.1929, ratifiziert am 7.6.1929, Gazzetta Ufficiale Nr. 133 vom 8.6.1929; Gesetz Nr. 810 vom 27.5.1929, Suppl. ord. Gazz. Uff. Nr. 130 vom 5.6.1929).

46 J. H. Bangen, Die römische Kurie, ihre gegenwärtige Zusammensetzung und ihr Geschäftsgang, Münster 1854, S. 462.

47 Die Exemption von der weltlichen Gerichtsbarkeit ist indes in modernen Staaten durchgängig aufgehoben; vgl. etwa für Italien S. Brandi, I cardinali di S. R. Chiesa nel diritto pubblico italiano, Rom 1905.

48 Zum Ganzen etwa Carl Fürst, Cardinalis. Prolegomena zu einer Rechtsgeschichte des römischen Kardinalskollegiums, München 1967.

49 Vgl. den instruktiven Überblick bei Schlaich, JuS 2001, 319 (321 mit zahlr. Nachw.).

50 Can. 351 § 3 CIC. - Stirbt oder resginiert der Papst vor der Namenspublikation des Kardinals in petto, erlischt auch die Reservation, der Kreierte wird nicht Kardinal.

51 Dies im Unterschied zu can. 289 § 1 CIC 1917. - Zu den Kardinalsprivilegien in vorkonziliarer Zeit Harry G. Hynes, The Privileges of Cardinals, Washington D.C. 1945 (Canon Law Studies, 217).

52 Ein roter Galero (von Paul VI. als Kleidungsstück abgeschaffter Kardinalshut, siehe dazu die nachfolgende Fußn.) mit beiderseits des Wappenschildes 15 roten Quasten (fiocchi). Ist der Kardinal zugleich (Erz-)Bischof (dazu sogleich im Text), steht hinter dem Schild ein (erz-)bischöfliches Vortragekreuz, ist er zudem Metropolit, kommt ein Pallium hinzu.

53 Der Kardinalshabit ist freilich nicht purpur-, sondern scharlachrot. Zur drastischen Vereinfachung der Kleidungsvorschriften für Kardinäle, Bischöfe und Prälaten siehe die auf Geheiß Paul VI. vom Päpstlichen Staatssekretariat erlassene Instructio circa vestes, titulos et insignia generis cardinalium, episcorum et praelatorum ordine minorum vom 31.3.1969, AAS 61 (1969), 334-340 (ebenso zu Titeln, Insignien und Wappen). Siehe zuvor schon das Mp Valde solliciti Pius XII. vom 30.11.1952, AAS 44 (1952), 849 f.

54 Für die Kardinal-Patriarchen der unierten Ostkirchen "Beatitudo Eminentissima" ("Seine/Euer Seligkeit und Eminenz").

55 Stoffel, in: Münsterischer Kommentar zum CIC, a.a.O., can. 350 Rdnr. 1 zu Reformüberlegungen, die von Johannes Paul II. verworfen wurden; vgl. auch Schlaich, JuS 2001, 319 (321).

56 Can. 350 § 1 CIC. - Es sind dies sechs Kardinalbischöfe mit sieben suburbikarischen Bistümern (dazu unter d)), wobei die Titel historischen Schwankungen unterliegen. Es sind dies heute Ostia, Palestrina, Velletri-Segni, Albano, Porto-Santa Ruffina, Sabina-Poggio-Mirteto und Frascati.

57 Can. 350 §§ 1, 3 CIC. - Die Regelung geht zurück auf das Mp Ad purpuratorum patrum Paul VI. vom 11.2.1965 (AAS 57 (1965), 296-296) und wurde durch den CIC 1983 bestätigt. Derzeit fallen drei Kardinäle in diese Kategorie, so daß der bischöfliche ordo aus neun Kardinälen besteht.

58 Abgedruckt bei Seb. Franco/Henrico Dalmazzo (Hrsg.), Bullarum diplomatum et privilegiorum Sanctorum Romanorum Pontificum Taurinenses editio. 25 Bd. Turin, 1857-1872, Bd. 8, , LXXXI, 833-837.

59 Siehe zu Einzelheiten can. 350 §§ 5 und 6 CIC. - Die Option von der diakonalen zu einer priesterlichen Klasse ist erst nach zehn Jahren möglich, auch diese Festlegung geht auf die Konstitution Postquam verus Sixtus V. zurück.

60 MP Suburbicariis sedibus Johannes XXIII. vom 11.4.1962, AAS 54 (1962), 253-256 und Mp Ad hoc usque tempus Paul VI. vom 15.4.1969, AAS 61 (1969), 226-227 (Derogation von can. 240 § 2, 1414 § 4, 1432 § 1 CIC 1917).

61 Die Bestimmung geht zurück auf das Mp Cum gravissima Johannes XXIII. vom 15.4.1962, AAS 54 (1962), 256-258.

62 So etwa unter Johannes Paul II. in den Fällen der zu Kardinaldiakonen kreierten Theologen Henri de Lubac (1983), Alois Grillmaier (1994), Leo Scheffczyk und Avery Dulles (beide 2001), Tomás Špidlík (2003).

63 Die Terminologie ist im Unterschied zur Rechtslage vor Erlaß des CIC 1983 uneinheitlich geworden. Wohl nur eine Verneigung vor dem Zeitgeist, haben seither alle römischen Dikasterien und Ämter der Kurie das ihnen jahrhundertelang zustehende Attribut "Heilig" eingebüßt; aus dem "Sacrum Collegium" des can. 231 § 1 CIC 1917 wurde das "Cardinalium Collegium" in can. 350 § 1 CIC 1983. Mit einer gewissen Inkonsequenz wird aber der Kardinaldekan in § 9 UDG wieder als "Decanus Sacri Collegii" ("Dekan des Heiligen Kollegiums") bezeichnet, spricht § 11 UDG von "sententiam Sacri Collegii" und § 15 UDG schließlich sowohl von "Cardinalium Collegium" als auch "Sacrum Collegium".
Kardinaldekan ist seit 30.11.2002 der Erzbischof-Emeritus von München und Freising und Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger (mit den Titeln von Ostia und Velletri-Segni).

64 Can. 352 § 2 CIC. Wahl und Bestätigung erfolgen entsprechend für den Subdekan (can. 352 § 3 CIC). Auch diese Vorschriften, mit denen der zuvor geltende Mechanismus des Nachrückens aufgrund Anciennität abgeschafft wurde, wurden von Paul VI. eingeführt (Mp Sacro Cardinalium Consilio vom 24.2. 1965, AAS 57 (1965), 296-297) und im CIC 1983 übernommen.

65 Can. 350 § 4 CIC. - Die Vorschrift fußt auf dem Mp Edita a Nobis St. Pius X. vom 5.5.1914, AAS 6 (1914), 219-220.

66 So die Einleitungsformel im Schreiben Johannes Paul II. an (den unterdessen emeritierten) Kardinaldekan Bernardin Gantin, Bollettino della Sala Stampa della Santa Sede 30/2001 vom 13.1.2001.

67 Dazu unter V.

68 Wohl auf die pointierte theologische Kritik des französischen Dominikaners Hervé Legrand, Römisches Amt und universales Amt des Papstes, Concilium 11 (1975), 531-538, die A. Melloni, Das Konklave (o. Fußn. 10), S. 119 als "unerwartet trockenen Verriß" bezeichnet.

69 Paul VI., Allokution zum Geheimen Konsistorium vom 5.3.1973, AAS 65 (1973), 161-165, und Allokution Gaudemus sane an das Generalsekretariat der Bischofssynode vom 24.3.1973, AAS 65 (1973), 247-249. In beiden Ansprachen erwog Paul VI., das aktive Wahlrecht auf diejenigen Bischöfe des Generalsekretariats der Bischofssynode (zu ihr can. 342 ff. CIC) auszudehnen, die nicht Kardinäle sind, sowie auf die Patriarchen der mit Rom unierten Ostkirchen, die nicht zugleich Kardinalbischöfe sind. Zum Ganzen Georg May, in: Festschrift Plöchl (o. Fußn. 26), S. 237 ff.; vgl. auch Schlaich, JuS 2001, 319 (321). Instruktiv zum Ganzen A. Melloni, Das Konklave (o. Fußn. 10), S. 119 f.

70 "Daher erklären Wir jene Handlungen für nichtig und ungültig, durch die sie (scil. Konzil oder Bischofssynode) etwa vermessenerweise die Normen bezüglich der Wahl oder des Wahlkollegiums abzuändern versuchen sollten." - Ähnlich auch schon für das Vaticanum I die ApKonst Cum Romanis Pontificibus des Sel. Pius IX. vom 4.12.1869 (dazu Dino Staffa, Annotationes ad Const. Ap. Vacantis Apostolicae Sedis, Apollinaris XIX (1946), 177) sowie §§ 27 und 28 ApKonst St. Pius X. Vacante Sede Apostolica, Pii X Pontificis Maximi Acta III (1908), 239-288; §§ 33 f. ApKonst Romano Pontifici eligendo Paul VI. (o. Fußn. 26).

71 § 33 Satz 1 UDG.

72 Präziser forumuliert ist dies im Mp Paul VI. Ingravescentem aetatem, Abschnitt II.2 Satz 2: "Si quis vero Cardinalis inter Conclave octogesimum aetatis annum compleat, iure Romanum Pontificem eligendi frui hac vice pergit."

73 Die Bezeichnung Kardinal-Elektoren ist kein verfestigter Rechtsbegriff des kanonischen Rechts. Im Sprachgebrauch des Hl. Stuhles ist jedoch die Unterscheidung von "cardinali elettori" und "cardinali ultraottantanni" üblich, die praktikabel ist und in deutscher Übersetzung hier übernommen wird.

74 Siehe dort unter II, 2, AAS 62 (1970), 810 (811); ebenso § 33 ApKonst Romano Pontifici eligendo vom 1.10.1975 (o. Fußn. 26), 622.

75 Siehe unten VI. 1.

76 § 33 ApKonst Romano Pontifici eligendo (o. Fußn. 26), 622.

77 "...scilicet decernimus, ne numerus Purpuratorum Patrum facultate praeditorum illam electionem participandi centum viginti personas transgrediatur.", AAS 65 (1973), 161 ff., 4. Abs.

78 S. o. Fußn. 58.

79 Zitiert in der Allokution Johannes XXIII. zum Geheimen Konsistorium vom 15.12.1958, AAS 50 (1958), 981 (987, dort Fußn. 7).

80 Sechs Kardinalbischöfe, 50 Kardinalpriester und 24 Kardinaldiakone, siehe can. 231 § 1 CIC 1917.

81 Die Zahl der Kardinäle war unter Pius XII. (R 1939-58) unter die Zahl von 70 gesunken, da er während der rund 19 Jahre seines Pontifikates nur in zwei Konsistorien (18.2.1946 und 12.1.1953) 56 neue Kardinäle kreiert hatte; damit wurden die 63 Todesfälle während seines Pontifikats (zuzüglich weiterer zwei Todesfälle im Oktober 1958 vacante sede) nicht ausgeglichen.

82 Siehe nochmals die Allokution Johannes XXIII. zum Geheimen Konsistorium vom 15.12.1958, AAS 50 (1958), 981-987. Zur Reform des Kardinalkollegiums durch Johannes XXIII. Alberto de la Hera, La reforma del colegio cardenalicio bajo el pontificado de Juan XXIII, Ius canonicum 2 (1962), 692-699.

83 Can. 353 § 4 CIC.

84 In seiner Ankündigung des Konsistoriums (am 21.1.2001) formulierte Johannes Paul II., er wolle "noch einmal von der Höchstzahl abweichen" ("deroganda ancora una volta al limite numerico..."), die sein Vorgänger Paul VI. eingeführt und er selbst in der ApKonst Universi Dominici Gregis bestätigt habe (http://www.vaticanradio.org/Radio_Giornale/2001/01-gennaio/01_01_21.htm).

85 Oder 27, da der Papst einen Namen in pectore reserviert hat.

86 Der Papst verwendete bei der Ankündigung dieselben Worte wie schon am 21.1.2001: "derogando ancora una volte al limito numerico stabilito" ("noch einmal von der festgelegten Höchstzahl abweichend") (Text: http://www.vaticano.va/news_services/bulletin/news/13761.php?index=13761&po_date=28.09.2003&lang=it).

87 Wahl des Erzbischofs Bartolomeo Prignano zum Papst Urban VI. am 8.4.1378; die anschließende Wahl des Gegenpapstes Clemens VII. am 23.9.1378 löste das Große Abendländische Schisma (1378-1417) aus.

88 Wahl des früheren Kamaldulenser-Abtes und Kardinalpräfekten Bartolommeo Alberto Cappellari (Gregor XVI.).

89 Ebenso schon § 88 ApKonst Romano Pontifici eligendo Paul VI. (o. Fußn. 26).

90 Die Weihe spendet der Kardinaldekan, bei seiner Abwesenheit der Subdekan. Ist auch dieser abwesend, weiht der älteste der Kardinalbischöfe. - Vgl. allg. aus historisch-liturgiewissenschaftlicher Perspektive K. Richter, Die Ordination des Bischofs von Rom: Eine Untersuchung zur Weiheliturgie, Münster, 1976.

91 AAS 1 (1909), 7 ff.

92 § 107 ApKonst Vacantis Apostolicae Sedis vom 8.12.1945 (o. Fußn. 24).

93 § 113 ApKonst De Sede Apostolica Vacante et de Romani Pontificis Electione vom 5.9.1962 (Neufassung der ApKonst Vacantis Apostolicae Sedis Pius XII.), Vatikanstadt, 1963.

94 AAS 86 (1994), 545-548 (vgl. insbes. § 4). Vgl. auch das Schreiben Paul VI. an den Erzbischof von Canterbury vom 30.11.1975, AAS 68 (1976), 599 f., sowie grundlegend die Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre Inter Insigniores über die Frage der Zulassung von Frauen zum Amtspriestertum vom 15.10.1976, AAS 69 (1977), 98-116.

95 Responsum des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, vom 28.10.1995 auf ein dem Dikasterium vorgelegtes Dubium mit erläuterndem Schreiben vom selben Tag. Vgl. auch das Dekret der Glaubenskongregation vom 27.1.2003 (ibid., unter 2.b)). Siehe dazu auch Kongregation für die Glaubenslehre, Lehrmäßiger Kommentar zur Schlußformel der Professio fidei, in: L'Osservatore Romano (dt.) vom 17.7.1998, Nr. 29, 7 f., 8; James A. Coriden, in: J. P. Beal/J. A. Coriden/Th. J. Green (Hrsg.), New Commentary on the Code of Canon Law, New York 2000, 915.

96 Vgl. allg. Georg May, Zu der Frage der Weihefähigkeit der Frau, ZRG KA 60 (1974), 375-393. - Die nach can. 1024 CIC nichtige und ungültige Priesterweihe einer Frau zieht die Exkommunikation (dazu im Text unter VI.1.) für Weihespender und Weiheempfängerin nach sich (vgl. etwa die Exkommunikationsdekrete der Glaubenskongregation vom 5.8.2002 und 21.12.2002 (AAS 94 (2002), 584 f.)). Die Lossprechung von der solchermaßen eintretenden Exkommunikation ist dem Apostolischen Stuhl vorbehalten, can. 1382 CIC.

97 Dazu Burkhard Roberg, Das Zweite Kozil von Lyon (1274), Paderborn, 1990, insbes. S. 293 ff. - Zu den historischen Grundlagen schon Ulrich Stutz, Neue Forschungen über den Ursprung des Konklaves, ZRG KA 17 (ZRG 61) (1928), 555 ff.

98 So zuletzt in § 58 des Papstwahldekretes Johannes XXIII. (o. Fußn. 25) beschrieben. Wie fast alle anderen innerhalb des römischen Adels vererblichen Ämter ist auch das des "Marschalls der Heiligen Römischen Kirche und des Heiligen Konklaves" durch die von Paul VI. mit dem Mp Pontificalis Domus vom 28.3.1968 vorgenommene Neuorganisation der Ämter des Apostolischen Palastes erloschen. Der Titel als solcher wird weiterhin innerhalb der Familie der Fürsten Chigi della Rovere Albani vererbt.

99 Can. 1314, 1347 § 1 CIC.

100 Ihre Wirkungen entfaltet die poena latae sententiae aber erst durch ein entsprechendes Feststellungsurteil (sententia declaratoria) eines kirchlichen Gerichts oder ein feststellendes bischöfliches Dekret.

101 Drittletzter Absatz der Präambel sowie § 62 UDG.

102 Einzelheiten in § 65 UDG.

103 So auch Winfried Aymans, Wie wird der nächste Papst gewählt?, F.A.Z. vom 19.5.2001, S. 44.

104 "Ich rufe Christus den Herrn, der mein Richter sein wird, zum Zeugen an, daß ich den gewählt habe, von dem ich glaube, daß er nach Gottes Willen gewählt werden müsse."

105 § 38 UDG.

106 Näher dazu Schlaich, JuS 2001, 319 (3223 m.w.N.).

107 Zum Verbot der Selbstwahl siehe insbesondere § 57 ApKonst Vacante Sede Apostolica St. Pius X., Pii X Pontificis Maximi Acta III (1908), 239-288.

108 §§ 68, 86 ApKonst Vacantis Apostolicae Sedis vom 8.12.1945 (o. Fußn. 24).

109 § 72 ApKonst Romano Pontifici eligendo Paul VI. (o. Fußn. 26).

110 §§ 68, 86 Mp Summi Pontificis electio vom 5.9.1962 (o. Fußn. 25).

111 Winfried Aymans, Wie wird der nächste Papst gewählt?, F.A.Z. vom 19.5.2001, S. 44.

112 A.a.O.

113 A.a.O.

114 Zu den Konsequenzen can. 1331 f. CIC.

115 § 87 UDG; ebenso zuvor § 87 ApKonst Romano Pontifici eligendo Paul VI. (o. Fußn. 26).

116 Der am 2.1.533 gewählte römische Priester Mercurius empfand seinen heidnischen Namen als unangemessen und nannte sich Johannes II. Ausnahmen machten der niederländische Papst Hadrian VI. (1522-1523) sowie Papst Marcellus II. (1555); einen Doppelnamen ("Johannes Paul") wie auch die (nicht-posthume) Ordinalzahl "I" führte erstmals der Patriarch von Venedig, Kardinal Albino Luciani, nach seiner Wahl zum Nachfolger Paul VI. am 26.8.1978 ein. - Vgl. allg. Bernd-Ulrich Hergemöller, Die Geschichte der Papstnamen, Münster 1980.

117 Can. 331 CIC und § 88 UDG. Ebenso zuvor § 88 ApKonst Romano Pontifici eligendo Paul VI. (o. Fußn. 26).

118 G. May, Das Papstwahlrecht in seiner jüngsten Entwicklung (o. Fußn. 26), S. 243 ff.; K. Schlaich, JuS 2000, 319 (320).

119 Umfassend dazu Klaus Schatz, Der päpstliche Primat. Seine Geschichte von den Ursprüngen bis zur Gegenwart, Würzburg 1990.

120 Dazu Rudolf Schiffer, Der Papst als Pontifex Maximus. Bemerkungen zur Geschichte eines päpstlichen Ehrentitels, ZRG KA 57 (1971), 300-309. Aus historischer Perspektive Stephan Kuttner, Universal pope or servant of God's servants: The canonists, papal titles, and Innocent III, Revue de Droit Canonique 32 (1981), 109-150.

121 Mit der ebenfalls jahrhundertealten Formel: "Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum ... Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem ... qui sibi nomen imposuit ...".

122 "Accipe thiaram tribus coronis ornatam, et scias te esse Patrem Principum et Regum, Rectorem Orbis, in terra Vicarium Salvatoris Nostri Jesu Christi, cui est honor et gloria in sæcula sæculorum."